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[vorher]
- Die fünf Lehrjahre waren allerdings eine harte Zeit, an
die der spätere Malermeister nur ungern zurückdachte:
Tagwache für die Lehrlinge war jahrein, jahraus um fünf
Uhr, danach Stiefelputzen für Gesellen und Meistersfamilie
und Frühstück in Form von dünnem Kaffee.
Beladen mit Blei- oder Zinkweiss, Mischfarben
und den Arbeitskleidern für die Gesellen trabten die Lehrlinge
anschliessend zum Arbeitsplatz. Nach einer viertelstündigen
Mittagspause ging es bis abends sieben Uhr weiter. Während
für die Gesellen danach Feierabend war, mussten die Lehrlinge
- ehe sie zum «Zabig» zwei Schnitten Schwarzbrot und
frisches Wasser vom Brunnen erhielten; aufräumen, Pinsel
waschen und fertige Möbel zu den Kunden austragen. Oft genug
wurden sie obendrein auch noch sonntags als «Gehülfen»
an fremde Meister «ausgeliehen».
Nach damaliger Sitte wurde der Neuankömmling
von Malermeister J.J. Fleckenstein nicht nur ins Geschäft,
sondern auch in die Familie auf- genommen. Christian Schmidt fühlte
sich bald heimisch, arbeitete fleissig, und alle waren daher zufrieden,
als er sich im Sommer 1860 mit Fleckensteins älterer Tochter,
Süsette verlobte und sie am 8. Oktober 1861 heiratete. -
[weiter]
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